Johanneskirche in Leukershausen als Flyer

In der Johanneskirche liegt seit April 2013 einFaltblatt als Kirchenführer auf. Er wurde von Roland Hofmann (Text und Bilder) und Gunther Beck entworfen.

 

 

Seite 1 - 3 des Kirchenführers

Seite 4 und 5 sowie die Titelseite des Flyers

Kirchengeschichte

Wir laden Sie ein, die Geschichte der Johanneskirche in Wort und Bild zu erleben.

  

Namensgeber der Kirche

 

Namenspatron der Kirche ist Johannes, der Evangelist. Er war einer der 12 Apostel und verfasste ein Evangelium, drei Briefe und die Offenbarung. Vor seiner Berufung zum Apostel war er Fischer. Nach der Legende wurde er in Ephesus aufgefordert, den Göttern zu opfern, oder den Giftbecher zu trinken. Als er über dem Becher das Kreuz schlug, entwich das Gift in Form einer Schlange und er trank ohne Todesfolge.

Um das Jahr 100 starb er in hohem Alter in Ephesus. Sein Gedenktag ist der 27. Dezember. Sein Attribut als Apostel ist der Kelch, als Evangelist ist es der Adler.

 

Kirchenbau und Renovierungen

 

Die ältesten Bauteile der Kirche sind die beiden unteren Geschosse des Turmes mit dem gotischen Chorraum. Den Schlussstein des Chorgewölbes ziert das Wappen der Herren von Ellrichshausen, welche zu Beginn des 15. Jahrhunderts, als die Kirche neu erbaut wurde, auf der Burg in Haundorf saßen und damals noch zur Pfarrei Leukershausen gehörte.

 

1758 wurde das Kirchenschiff abgebrochen und in der heutigen Form neu erbaut. Eine Innenrenovierung erfolgte 1964, wobei neun Weihekreuze im Chorraum freigelegt werden konnten. Gleichzeitig wurde das spätgotische Kruzifix neben der Kanzel aufgehängt sowie Bestuhlung und Fußboden den modernen Bedürfnissen angepasst. 1985 erfolgte eine Renovierung der Außenfassade.

 

Sehenswerter Altar

 

Der größte Schatz der Kirche ist der so genannte Zwölfbotenaltar. Diese Schnitzerei ist wohl der Rest eines Flügelaltars und entstand Anfang des 16. Jahrhunderts. Der Meister dieses Kunstwerks ist unbekannt, doch es wird vermutet, dass er aus der Schule Tilman Riemenschneiders stammt. Das Holzrelief zeigt Christus und die Apostel. In der Mitte, alles überragend, thront Christus als Weltenrichter auf einer Wolke. Neben ihm, ebenfalls auf Wolken, sitzen Petrus mit dem Himmelsschlüssel und Johannes der Evangelist mit dem Kelch. Links von Petrus ist Andreas, erkennbar am Balkenkreuz. Rechts von Johannes steht Jakobus der Ältere mit Hut, Muschel, Pilgerstab und Flasche.

In der unteren Hälfte des Altars sind die übrigen acht Apostel angeordnet. Sie halten die Marterwerkzeuge in Händen, mittels derer sie zu Tode kamen. Von links erkennt man Thomas mit der Lanze, Bartholomäus mit dem Messer und Matthäus mit dem Beil. Jakobus der Jüngere hält die Walkerstange, Simon Zelotes eine Säge. Dann folgen Philippus mit dem Kreuzstab, Judas Thaddäus mit der Keule und Matthias mit der Lanze.

Im Altartisch ist eine Reliquie eingemauert. Es handelt sich um einen gotischen Flaschenfuß mit Knochenresten, deren Herkunft sich leider nicht zurückverfolgen lässt. Auf dem Tisch stehen meist zwei Leuchter, welche 1791 von Anna Margaretha Wohnbach aus Waidmannsberg gestiftet wurden. Vor dem Altar ist ein Herr von Seinsheim begraben, der Burgherr in Haundorf war. Der Verbleib seines Grabsteins ist unbekannt.

 

Der Innenraum

Die Glasfenster im Chorraum wurden 1933 von Adolf und Wilhelm Saile aus Stuttgart geschaffen. Das östliche Fenster ist durch den Altaraufsatz verdeckt und zeigt die Initialen P und  X, Pax Christus, für Christus. Das südliche Fenster zeigt die Buchstaben A und O, griechisch Alpha und Omega. Es steht im christlichen Sinne für Anfang und Ende.

Neben dem Altar steht noch ein Vortragekreuz, welches früher bei Beerdigungen verwendet wurde. Es wurde 1857 von Michael Mittelmeier aus Bergertshofen gestiftet. Der gekreuzigte Christus steht auf einem Totenkopf. Die Kreuzenden sind mit Engelsköpfen verziert. Es symbolisiert den Sieg Christi über den Tod. Ein etwas schlichteres Kreuz aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist heute noch bei Beerdigungen im Einsatz.

Den Taufstein direkt unter dem Chorbogen stiftete 1762 Georg Andreas Breitschwert von Leukershausen.

 

In der Brüstung der Empore sind zwei Namenstafeln mit der Jahreszahl 1758 eingelassen, die noch aus der Zeit stammen, als die Kirchstühle platzweise verkauft wurden. Weitere Namen sind auch einfach in die Balken hinein geschnitzt. Auf einer der Tafeln ist der Name des Zimmermeisters Johann Adam Fohrer von Haselhof zu lesen, der 1758 das Dach des Kirchenschiffneubaus errichtete.

 

Seit Oktober 2009 befinden sich an der Wand über dem Chorbogen vier Wappen. Quellenangaben zufolge waren im 18. Jahrhundert an dieser Wand die steinernen Wappen der Stadt Dinkelsbühl, der Hospitalstiftung, des Spitalpflegers und des Spitalschreibers zu sehen, was für die Ansbacher Markgrafen jedoch eine unerträgliche Provokation darstellte. So ließen sie die Wappen kurzerhand abschlagen. Auf diese historische Begebenheit nehmen die heutigen Holztafeln Bezug und zeigen von links das Stadtwappen von Dinkelsbühl, die Familienwappen des Spitalpflegers Steeb und des Spitalschreibers Kern und die gekreuzten Schlüssel der Hospitalstiftung.

 

Geschichte des Turmes und der Glocken

 

Nachdem der obere Fachwerkteil des Turmes 1830 einzustürzen drohte, ersetzte man ihn durch massives Mauerwerk. Die drei Glocken, von denen die älteste aus dem 14. Jahrhundert stammt und die Inschrift „AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINUS TEEUM TU IN MUL“ trägt, hingen bis zum 1. Weltkrieg im Turm. Zwar mussten zwei davon für Rüstungszwecke abgeliefert werden, doch schon 1919 bzw. 1925 konnten sie ersetzt werden. Erstere, die Betglocke, trägt die Inschrift „Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe“. Die Glocke von 1925 musste bereits 1942 im 2. Weltkrieg wieder abgeliefert werden. 1953 ersetzte die Kirchengemeinde diesen Verlust mit einer neuen, der heute größten Glocke mit der Inschrift „Dein Reich komme“. Eine vierte Glocke mit der Inschrift „Verleih uns Frieden gnädiglich“ ergänzt seit 1966 das Geläut.

 

Kurze Kirchengeschichte

 

Urkundlich erstmals erwähnt wurde ein Pfarrer an der hiesigen Kirche im Jahr 1279/85 (?). Seit 1368 übte das Spital in Dinkelsbühl das  Patronatsrecht an der Kirche aus, das heißt, es hatte das Recht, die Pfarrstelle zu besetzen. Zusätzlich hatte die Hospitalstiftung aber die Baulast an Kirche, Schul- und Pfarrhaus sowie der Nikolauskapelle in Bergertshofen zu tragen.  Das führte oft zu mancherlei Ärger mit den Ortsherren von Leukershausen, den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Das Patronatsrecht wurde um 1856 abgelöst.

 

Zur Pfarrei gehörten in früheren Zeiten neben den Orten Bergertshofen, Haselhof, Selgenstadt, Vötschenhof und Waidmannsberg auch noch Altersberg, Haundorf und Gumpenweiler. Altersberg und Haundorf wurden 1569 und Gumpenweiler 1811 nach Unterampfrach umgepfarrt.

 

Die Reformation wurde 1534 durchgeführt.

 

1927 verließ der letzte ständige Pfarrer Leukershausen. Seit dieser Zeit ist der Pfarrer von Mariäkappel gleichzeitig auch für Leukershausen zuständig.

 

Der Friedhof war früher um die Kirche angelegt, wurde jedoch 1835 an den Südrand des Ortes verlegt. Der ummauerte Friedhof und der massive Turm mit seinen Schießscharten diente in früheren Kriegszeiten als Zufluchtsort für die Bevölkerung .

 

Zusammengestellt von Roland Hofmann, Leukershausen

 

 

Lutherbild in der Johanneskirche

Pünktlich zum Reformationstag 2010 konnten sich die Gottesdienstbesucher über ein neues Lutherbild in der Johanneskirche freuen. Ein Gemeindeglied, das ungenannt bleiben möchte, hat eine etwa 100 X 70 cm große Reproduktion des bekannten Porträts von Lucas Cranach gestiftet. Dieses Bild hat schon mindestens zwei Vorgänger in der Kirche gehabt, denn schon 1883 und 1917 finden sich entsprechende Eintragungen in den Kirchenbüchern. Bei der Innenrenovierung Anfang der 1960er Jahre wurde das Vorläuferbild entfernt und nicht wieder aufgehängt. Wir sagen dem Spender herzlichen Dank.